Jahresbericht 2025 Raphaelswerk e. V.

Aus- und Rückwanderung von Deutschen

Ob ein neuer Lebensabschnitt im Ausland, ein befristeter Aufenthalt oder die Rückkehr nach Deutschland. Die Gründe, warum Menschen ihre gewohnte Umgebung verlassen, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Das Raphaelswerk begleitet Deutsche in genau diesen Momenten. Wir bieten fundierte Beratung, verlässliche Informationen und ein breites Netzwerk aus Fachleuten und Partnerorganisationen.

Die Arbeit in diesem Bereich reicht von der digitalen Erstorientierung über persönliche Beratung bis hin zur Qualifizierung von Fachkräften im Netzwerk. Dies wird ergänzt durch ein wachsendes Engagement in europäischen Strukturen und einer zunehmenden Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.

Was das 2025 konkret bedeutet hat? Digitale Beratungsangebote, die neue Menschen erreichen, und ein Wissensmanagement, das die Qualität der Beratung sichert. Beraterinnen und Berater im Netzwerk, die durch Schulungen und europäische Austauschformate wie EURES und ERASMUS ihr Fachwissen erweitern. Beratungsstellen, die durch sorgfältig begleitete Übergänge stabil bleiben. Und eine Fachtagung, die das Netzwerk zusammenbringt und den fachlichen Austausch stärkt.

Anfragen im Generalsekretariat
30
Zielländer, zu denen beraten wurde
10
Länder bei Rückkehranfragen
10

Beiträge zum Thema

Die folgenden Beiträge liefern ausführlichere Einblicke in die verschiedenen Themengebiete. Von digitalen Beratungsangeboten und europäischen Netzwerken bis hin zu Fortbildungen und der täglichen Arbeit in der Servicestelle.

2025 erreichten das Generalsekretariat des Raphaelswerks über verschiedene Kanäle insgesamt mehr als 2.600 Anfragen zum Thema Auswanderung, Auslandsaufenthalt und Rückkehr nach Deutschland. Mehr als 2.000 über den Auswanderungslotsen und weitere 641 über die Online-Beratung der Caritas, das E-Mail-Kontaktpostfach und die täglichen telefonischen Sprechzeiten. Die Anfragen wurden je nach Thema und Zuständigkeit direkt von den Kolleginnen im Generalsekretariat bearbeitet oder an die Beratungsstellen des Raphaelswerks und spezialisierte externe Stellen weitervermittelt.

Die Zahlen belegen eine enorme thematische Breite: 110 verschiedene Zielländer bei der Auswanderung und 89 Herkunftsländer bei der Rückkehr nach Deutschland. Ergänzend zur individuellen Beratung wurden 2025 fünf Live-Chats in Kooperation mit Julia Siebrecht von der Evangelischen Auslandsberatung durchgeführt. Zwei davon zu konkreten Themen, die übrigen offen für alle Fragen rund um Auswanderung und Rückkehr mit deutscher Staatsbürgerschaft. Für 2026 sind weitere Veranstaltungen geplant.

TOP 5 Zielländer 2025
TOP 5 Rückkehrländer 2025

Der Online-Fragebogen „Auswanderungslotse“ ist 2024 an den Start gegangen und wurde 2025 von mehr als 2.000 Ratsuchenden auf der Suche nach Information und Beratung genutzt. Der erfolgreiche Start motiviert das Raphaelswerk, diesen Service kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Im Laufe des Jahres 2025 wurden daher in Zusammenarbeit mit dem Softwareentwicklungspartner zwei zusätzliche Features umgesetzt:

  • E-Mail-Benachrichtigung: Ratsuchende werden aktiv per E-Mail informiert, wenn ihre Anfrage beantwortet wurde. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig und keine Voraussetzung für die Nutzung.
  • Automatisierte Informationszusammenstellung: In einer Testphase erproben Beraterinnen im Generalsekretariat eine Funktion, die es ermöglicht, aus bereits beantworteten Fragebögen passende Antworten herauszusuchen und den Beratenden vorzuschlagen. Die Suche erfolgt über einen Abgleich von Parametern wie Zielland, Beruf und Motivation. Unterstützt wird das Ganze durch den Einsatz generativer KI. Die vorgeschlagenen Antworten werden von einer staatlich zugelassenen Fachkraft geprüft und bei Bedarf angepasst, bevor sie versandt werden.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kontext von Beratung und sozialer Arbeit erfordert besondere Sorgfalt sowohl im Umgang mit Daten, bei der Auswahl von Technologien und Services sowie bei der Vermeidung von Biases. Im Arbeitsfeld der Auswanderungsberatung kommt hinzu, dass die Tätigkeit genehmigungspflichtig ist und keine Antwort ohne Prüfung durch eine zugelassene Fachkraft versandt werden darf.

Das Thema „KI und soziale Arbeit“ beschäftigt nicht nur das Raphaelswerk. Nina Treue konnte den Auswanderungslotsen gemeinsam mit dem Team der WPS in zwei Fachvorträgen vor IT-Fachpublikum vorstellen:

  • Auf dem GenAI InfoDay (Online-Veranstaltung, 01.07.2025)
  • Auf der software@work der WPS  (Hotel Hafen Hamburg, 14.11.2025)

Weiteres Entwicklungspotenzial besteht in der Anbindung an die interne Wissensdatenbank im CariNet. Ziel ist es, Fachinformationen, die das Raphaelswerk selbst zusammengetragen und für die Beratung aufbereitet hat, gezielt bei den Anfragen auszuspielen, für die sie gebraucht werden. Dies würde die Recherche zu Einzelanfragen deutlich vereinfachen und zu einer weiteren Zeitersparnis führen. Diese Perspektive wird im Folgejahr weiterverfolgt.

Person hält ein Tablet, auf dem der digitale Auswanderungslotse angezeigt wird.
Foto: © Raphaelswerk / Kuschelwulff Corporate Broadcasting

Als Mitglied im europäischen EURES-Netzwerk (European Employment Services) bringt das Raphaelswerk seine spezifische Perspektive in den Austausch über Arbeitnehmerfreizügigkeit und faire Mobilität in Europa ein. Neben Fragen zur Arbeitssuche im Ausland stehen dabei besonders die Themen Outgoing-Beratung und Rückkehr nach Deutschland im Mittelpunkt. Die Mitgliedschaft dient der Vernetzung in Deutschland und auf europäischer Ebene und macht das Beratungsangebot des Raphaelswerks im Netzwerk sichtbar. Dazu gehört auch eigene Fortbildungsangebote für die Qualifizierung von Beratenden aus externen Organisationen bereitzustellen.

© EURES-NCO Datensammlung

Netzwerk und Austausch

Im Februar trafen sich die EURES-Koordinatoren der deutschen EURES-Partner zu einem Präsenztreffen bei Randstad in Eschborn. Zu Gast waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, der Europäischen Arbeitsbehörde ELA und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ein weiteres Treffen fand im Juni online statt. Die Veranstaltungen dienten dem Austausch über aktuelle Themen der Arbeitsmobilität und die Aktivitäten der Netzwerkpartner, von Beratungsangeboten über European Job Days bis hin zu Fortbildungen für Berater:innen.

Ein besonderer Moment war die Einladung zum EURES Programming Cycle Roundtable der Europäischen Arbeitsbehörde ELA im November. Renate Albrecht präsentierte dort vor EURES-Mitgliedern und -Partnern aus allen EU-Mitgliedstaaten das Thema „Return Mobility“ und regte einen europäischen Austausch über Angebote für Rückkehrende an.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Teilnahme an EURES in Action in Warschau, einem Netzwerktreffen der EURES-Berater:innen aus allen Mitgliedstaaten. Die hybride Veranstaltung bot neben einer Keynote zum Thema Künstliche Intelligenz und einem Marktplatz, auf dem die teilnehmenden Länder ihre EURES-Aktivitäten vorstellten, auch vertiefende Masterclasses zu Fachthemen. Das Raphaelswerk vertreten durch Nina Treue nahm an der Masterclass zur beruflichen Mobilität von Menschen mit Behinderungen teil. Ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und neue Perspektiven für die Beratungsarbeit eröffnet.

Fortbildungen

2025 wurden mehrere Fortbildungen der EURES-Akademie genutzt, um die Beratungskompetenzen gezielt weiterzuentwickeln:

  • Sozialversicherung und Steuern (März, Zagreb): Intensives Training zu Rechtsgrundlagen und Anwendung bei grenzüberschreitender Beschäftigung
  • Return Mobility (Oktober, Warschau): Rückkehr innerhalb der EU mit Fokus auf Arbeitnehmende, unter anderem, wie im Ausland erworbene Kompetenzen jenseits formaler Abschlüsse vorteilhaft genutzt werden können
  • Intercultural Skills (Mai, online): Umgang mit kulturellen Unterschieden in der Beratung von Arbeitnehmenden auf dem europäischen Arbeitsmarkt
  • EU-Portale für Jobmobilität (September, online): Vorstellung digitaler EU-Dienste für Jobsuche und Leben im Ausland
  • EU-Förderung für Arbeitsmobilität (Oktober, online): Möglichkeiten der finanziellen Förderung innereuropäischer Mobilität
© Foto: EURES-NCO, EURES-Koordinatorentreffen der EURES-Partner Deutschland, Eschborn 2025

ERMiNe – Brücken bauen für mobile EU-Bürger

Die Europäische Union garantiert ihren Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf Freizügigkeit, doch die Realität sieht oft anders aus. Bürokratische Hürden, fehlende Anerkennung von Qualifikationen und mangelnde soziale Absicherung erschweren es vielen, dieses Recht voll auszuschöpfen. Besonders betroffen sind Rückkehrende und mobile EU-Bürgerinnen und Bürger mit geringeren Chancen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Doch die meisten Hilfsangebote sind national oder lokal begrenzt – ein Widerspruch zum europäischen Gedanken.

Genau hier setzte das Projekt ERMiNe (European Return Migration Network) an: 12 Partnerorganisationen aus ganz Europa schlossen sich zusammen, um Wissen zu bündeln, Netzwerke zu stärken und politische Lösungen zu entwickeln. Das Raphaelswerk war beteiligt und brachte seine Expertise in der individuellen Beratung, der Schulung von Fachkräften und der Lobbyarbeit ein.

Das Projekt kombinierte digitale und Präsenzformate: In acht Online-Workshops wurden Themen wie soziale Rechte, EU-Förderung und psychische Gesundheit behandelt. Drei Präsenztreffen in Dublin, Brüssel und Berlin ermöglichten den direkten Kontakt mit EU-Institutionen wie SOLVIT, ELA und FEANTSA. Ergänzt wurde das Programm durch Blended-Learning-Formate, ein Planspiel zur Projektentwicklung sowie Englisch-Konversationskurse, um Sprachbarrieren zwischen den teilnehmenden Organisationen abzubauen.

Ziel des Projektes war es auch, die teilnehmenden Organisationen zu stärken, die in den Bereichen innereuropäische Mobilität, Rückkehr und Diaspora-Gemeinschaften tätig sind, sowie die Stärkung transnationaler und interkultureller Kompetenzen. Ein guter Nebeneffekt: Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks sowie der Austausch von Best Practices zwischen NGOs, EU-Institutionen und lokalen Akteuren.

© Raphaelswerk

,,ERMiNe hat uns nicht nur Wissen gegeben, sondern auch das Selbstvertrauen, uns auf europäischer Ebene einzubringen.“

Ein zentrales Ergebnis war ein Policy Brief mit konkreten Empfehlungen für die Unterstützung mobiler EU-Bürgerinnen und Bürger, von grenzüberschreitender Fallarbeit bis zur Einbindung der Diaspora. Das Dokument wurde an EU-Institutionen, NGOs und Behörden verteilt und diente als Grundlage für Folgeanträge. Das Projekt erlangte auch internationale Sichtbarkeit. Es wurde auf Konferenzen in Barcelona, Santiago de Compostela und Riga präsentiert und in einem EURES-Artikel gewürdigt. Außerdem entstand ein transnationales Netzwerk, das sich regelmäßig digital zu weiteren Themen trifft. ERMiNe war damit nicht nur ein Projektabschluss, sondern ein Ausgangspunkt.

ERMiNe hat gezeigt, dass transnationale Zusammenarbeit gelingt, wenn Vertrauen, Austausch und Anpassungsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Für alle Beteiligten ist klar: Mobile EU-Bürgerinnen und Bürger brauchen eine starke, europäische Stimme. Mit zwei geplanten Erasmus+-Folgeprojekten – REMIND und BRIDGE – geht diese Arbeit weiter.

Erstanfragen in unserer Servicestelle

*Namen geändert
Unbefristet nach Italien, aus Hessen

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Sabine*, ich bin deutsche Staatsbürgerin und plane, in naher Zukunft nach Italien auszuwandern. Da ich mich im Vorfeld gut vorbereiten möchte, bin ich auf der Suche nach einer kompetenten Auswanderungsberatung, insbesondere in Bezug auf erforderliche Dokumente, soziale Absicherung, Anmeldung vor Ort und mögliche Herausforderungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir einen Beratungstermin – telefonisch oder per E-Mail – anbieten könnten. Falls Sie dafür bestimmte Unterlagen oder Angaben von mir benötigen, lasse ich Ihnen diese gerne vorab zukommen. Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.

Zusätzlicher Wohnsitz in Österreich, aus Baden-Württemberg

Hallo! Ich bin Rentner und möchte in Österreich ein Haus kaufen. Bitte beraten Sie mich zum Thema Erst-/Zweitwohnsitz insbesondere unter dem Aspekt dass ich mehrere Fahrzeuge besitze (PKW, Wohnmobil, Anhänger, 2 Motorräder), denn wie ich erfahren habe, ist der Unterhalt der Fahrzeuge bzgl. Steuer und Versicherung in Österreich sehr teuer! Im Voraus vielen Dank – MfG

Rückkehr nach Bayern, aus Thailand

Mein Name ist Martin*. Ich bin 48 Jahre alt und wohne seit 16 Jahren mit meiner Familie in Thailand. Wegen finanzieller Probleme die sich nach der Covid Pandemie für mich und meine Familie ergeben haben bin ich ständig am Überlegen wieder nach Deutschland zurückzukommen. Ich habe niemanden der helfen könnte wieder neu zu beginnen. Deswegen schreibe ich Ihnen. Ich bin auch ziemlich verzweifelt.

Meine Kinder sind 10 und 16 Jahre. Beide haben einen deutschen Pass und auch deutsche Geburtsurkunden. Meine Frau ist Thailänderin und hat den thailändischen Pass. Geld für den Rückflug habe ich noch und vielleicht auch für 1-2 Monate Unterkunft. Ich weiß nicht wie und wo ich am besten anfangen soll. Vielleicht können Sie mir bitte weiterhelfen. Vielen Dank, viele Grüße und hoffentlich bekomme ich auch eine Nachricht zurück.

Rückkehr nach Rheinland-Pfalz, aus den USA

Sehr geehrtes Team des Raphaelswerks,

seit 2012 lebe ich als deutsche Staatsbürgerin mit Daueraufenthaltsstatus in Alaska, USA. Ende April beabsichtige ich mit meiner 12-jährigen Tochter (sie besitzt die deutsche und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft) nach Deutschland umzuziehen, mein Mann (US-Amerikaner) wird erst ein paar Monate später nachkommen. Der Umzug findet einvernehmlich statt und zur Sicherheit werde ich für die Einreise eine Einverständniserklärung meines Ehepartners und eine Kopie seines Reisepasses mit mir führen.

Benötige ich für die Anmeldung meiner Tochter auf dem Einwohnermeldeamt in Deutschland auch eine Einverständniserklärung oder Vollmacht meines Mannes? Falls ja, wird diese generell auch auf Englisch akzeptiert? Sollten wir sie notariell beglaubigen lassen?

Aus dem Netzwerk Beratungsstellen

Fotos: © Raphaelswerk / Kerstin Pukall; Raphaelswerk / Kuschelwulff Corporate Broadcasting; Deutsche Bischofskonferenz / Maximilian von Lachner; Pexels / Karola G

Einblick in unsere Statistik

Zahlen erzählen Geschichten. Der folgende Überblick zeigt, wie viele Menschen das Generalsekretariat des Raphaelswerk 2025 erreicht hat und in wie vielen unterschiedlichen Lebenssituationen es gefragt war.

Schwerpunkt Auswandern

Schwerpunkt Rückkehr nach Deutschland

Das Team des Raphaelswerk-Generalsekretariats in Hamburg

Personelle Veränderungen

Dank strukturierter Nachfolgeregelungen konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Gesichter in den Beratungsstellen willkommen geheißen werden. Auch im vergangenen Jahr setzte sich diese Entwicklung fort.

Die verlässliche Kooperation mit den Trägern und die frühzeitige Einarbeitung neuer Mitarbeitender bilden die Grundlage dafür, dass diese Übergänge reibungslos gelingen und die Beratungsqualität an allen Standorten erhalten bleibt. Daher möchten wir uns bei allen Beteiligten herzlich für ihr Vertrauen und die gute Kommunikation bedanken.


Trier

Auf der Fachtagung der gemeinnützigen Auswanderungsberatungsstellen wurde Angela Ansari aus der Raphaelswerk-Beratungsstelle Trier in den Ruhestand verabschiedet. Zum Ende Juni 2025 beendete sie ihren Dienst in der Beratungsstelle. Bereits im Januar 2025 hatte die Einarbeitung ihrer Nachfolgerin Simone Hamann begonnen, sodass ein nahezu nahtloser Übergang sichergestellt werden konnte. Dies sorgt für Kontinuität in der Beratung und ermöglicht eine neue Perspektive auf die Arbeitsabläufe. Über viele Jahre hinweg hat Angela Ansari fachlich kompetent beraten, unterstützt und maßgeblich zur Weiterentwicklung der Beratungsstelle beigetragen. Wir danken ihr herzlich für ihr Engagement und ihren Einsatz.


Rheine

Im Juni 2025 gab es eine personelle Veränderung in der Beratungsstelle Rheine. Kevin Löcke wechselte innerhalb der Caritas Rheine die Stelle, seine Nachfolge trat Natalie Holthaus an. Sie übernimmt die bisherigen Aufgaben und gewährleistet somit eine reibungslose Fortführung des Beratungsangebotes vor Ort. Wir danken Kevin Löcke für seinen Einsatz und wünschen seiner Nachfolgerin viel Erfolg in der neuen Funktion.


Essen

In der Beratungsstelle Essen wird ebenfalls eine Nachfolgelösung umgesetzt. Seit Dezember 2025 wird Sanas Silo für die zum Jahresende 2026 ausscheidende Martina Lüdeke eingearbeitet. Die Umsetzung der Nachfolge erfolgte auch hier in enger Abstimmung mit den Trägern, um Qualität und Kontinuität der Beratung sicherzustellen. Wir danken Martina Lüdeke bereits jetzt für ihre langjährige Tätigkeit, ihr Engagement und ihren Beitrag zum Aufbau und zur Stabilität der Beratungsstelle. Sanas Silo gilt unser Dank für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich schnell in die Aufgaben einzuarbeiten.

Fachtagung 2025

Fachtagung der gemeinnützigen Auswanderungsberatungsstellen

Am 25. und 26. März 2025 lud das Raphaelswerk zur jährlichen Fachtagung der gemeinnützigen Auswanderungsberatungsstellen in Deutschland nach Hamburg ein. Die Veranstaltung brachte Mitarbeitende der Beratungsstellen zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung zusammen. Ergänzt wurde das Programm durch ein Gespräch mit Vertreterinnen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Neben kollegialer Begegnung standen drei inhaltliche Schwerpunkte auf dem Programm:

  • Nothilfe für Deutsche im Ausland: Dr. Ines Geßner, Referatsleiterin im Auswärtigen Amt, informierte über die Unterstützungsmöglichkeiten der deutschen Auslandsvertretungen für Deutsche in Notlagen. Was sind Besonderheiten für Auswanderer, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt haben? Die Inhalte lieferten wichtige Grundlagen sowohl für die Beratung vor der Auswanderung als auch für die Rückkehrberatung: Wer das deutsche Sozialsystem verlässt, sollte sich adäquat absichern und möglichen Notlagen vorausschauend begegnen.

  • Leben und Arbeiten in Schweden: Thomas Engel, EURES-Berater beim schwedischen Arbetsförmedlingen/Swedish Public Employment Service in Göteborg gestaltete einen praxisnahen Workshop zu Alltag und Arbeitsleben in Schweden. Angefangen bei der Anmeldung über die Sozialversicherung bis hin zu konkreten Hinweisen zur Arbeitssuche. Beleuchtet wurden auch schwedische Besonderheiten etwa, dass die Arbeitslosenversicherung freiwillig ist und von Arbeitnehmenden selbst abgeschlossen werden muss.

  • Textarbeit in der schriftlichen Beratung: Petra Risau, Diplom-Pädagogin und Systemische Beraterin aus Berlin, führte einen Workshop zur textbasierten Beratung durch. Nach einem Input zu verschiedenen Beratungskanälen und deren spezifischen Anforderungen erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen konkrete Texte für unterschiedliche Beratungskonstellationen, welche sich nah und an realen Beispielen aus der Beratungsarbeit orientierten.
Zwei Frauen sitzen mit Namensschildern und Wasserflaschen an einem Tisch und sprechen während einer Präsentation oder Diskussion in einem Konferenzraum zu einem Publikum.

Schulungen & Vernetzung

Gute Beratung setzt voraus, dass Beraterinnen und Berater stets auf dem aktuellen Stand sind. Sowohl fachlich, rechtlich als auch mit Blick auf die Lebensrealitäten in den Ziel- und Herkunftsländern. Das Generalsekretariat des Raphaelswerks unterstützt das Beratungsstellennetz dabei durch regelmäßige Fortbildungsangebote und einen gezielten Austausch mit angrenzenden Diensten und Netzwerken.

2025 wurden zwei Onlineseminare zum Leben und Arbeiten in Frankreich sowie in Österreich durchgeführt. Expertinnen und Experten aus dem EURES-Netzwerk brachten aktuelles Fachwissen und praxisnahe Hinweise ein. Ergänzt wurde das Angebot durch Austauschveranstaltungen mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit sowie mit kirchlichen Diensten an Flughäfen. Unsere Kooperationspartner, die dort tätig sind, wo so manche Rückkehr beginnt.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Koordination des geförderten Projekts zur Rückkehrberatung für Deutsche aus dem Ausland. Das Generalsekretariat organisiert regelmäßige digitale Austauschtreffen mit den beteiligten Beratungsstellen und stellt Beratungshilfen bereit. 2025 lag ein besonderer Fokus auf Rückkehrenden aus den USA. Ein Thema, das aufgrund aktueller Entwicklungen deutlich mehr Anfragen als in den Vorjahren verzeichnete.

Neben diesen gezielten Formaten pflegt das Generalsekretariat die kontinuierliche Vernetzung in Gremien und Arbeitsgruppen, etwa in der Expertengruppe zur Rückkehr- und Weiterwanderungsberatung sowie in der Arbeitsgruppe Flüchtlingsarbeit der Caritas. Diese Formate dienen nicht nur dem fachlichen Austausch, sondern auch der gemeinsamen Einordnung aktueller Entwicklungen. Im Jahr 2025 zählte dazu etwa der gestiegenen Beratungsbedarf infolge der politischen Veränderungen in Syrien.

Fachberatung & Wissensmanagement

Was Ratsuchende als kompetente Auskunft erleben, hat im Hintergrund oft einen langen Weg hinter sich. Die Informationsstelle im Generalsekretariat recherchiert, bündelt und bereitet Fachinformationen auf, damit Beraterinnen und Berater im Netzwerk auch auf schwierige Fragen eine fundierte Antwort geben können. Informationen zu Einwanderungs- und Aufenthaltsbestimmungen, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Sozialversicherungsfragen und länderspezifischen Besonderheiten werden über die Wissensdatenbank CariNet gezielt für die Beratungsstellen bereitgestellt.

2025 lag ein Schwerpunkt auf Fachinformationen für die Beratung binationaler Paare. Dazu zählt etwa die Rückkehr aus dem Ausland mit nicht-deutschen Angehörigen oder zum Sorgerecht bei Auswanderung. Bei komplexen Einzelfällen können Beraterinnen und Berater gezielt Unterstützung anfragen. Bei Bedarf holt die Informationsstelle Auskünfte von zuständigen Stellen und externen Expertinnen und Experten ein. Dabei kann es sich um aufenthaltsrechtliche Fragen handeln, den Zugang zur Krankenversicherung oder länderbezogenen Informationen über Netzwerkkontakte vor Ort.

Neue Beraterinnen und Berater werden durch zugelassene Auswanderungsberaterinnen im Generalsekretariat gezielt eingearbeitet und begleitet – im Tandemverfahren, durch Hospitationen und regelmäßige Fallbesprechungen. 2025 erhielt die neue Beraterin der Beratungsstelle in Mühldorf am Inn ihre Zulassung vom Bundesverwaltungsamt. Für neue Beraterinnen in Trier und Rheine wurde die Einarbeitung aufgenommen.