Unsere Historie

Das Raphaelswerk hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Vor mehr als 150 Jahren gab es ganz andere Probleme beim Auswandern als heute. In der Nazizeit ging es buchstäblich um Leben und Tod, auch für das Team des damaligen St. Raphaels-Vereins selbst. In den 1960er Jahren begann die ungewöhnliche Karriere eines jungen Mannes aus dem Sauerland in New York – dank des Raphaelswerks. Wir zeichnen hier einige Biografien nach.

Eine in Kopfsteinpflaster eingelassene Gedenktafel aus Messing erinnert an Dr. Max Größer, der verfolgt, mehrfach verhaftet und in Berlin inhaftiert wurde und 1940 in der Haft starb.
Stolperstein Pater Max Größer vor dem Raphaelswerk in Hamburg · Foto: Raphaelswerk

Lebensretter in der Nazizeit

Pater Max Größer war seit 1930 Generalsekretär des damaligen St. Raphaels-Vereins und half hunderten verfolgten Juden, sich nach Brasilien und in andere Länder zu retten. Unter anderem entkam so Manfred Abraham dem Tod im KZ. Mehr als 80 Jahre nach der Flucht seines Onkels Manfred vor den Nazis zeichnet heute Dr. Michael Abraham die bewegende Familiengeschichte nach – die wir hier in zwei Filmen dokumentieren. 

Vom Sauerland nach New York

Der Lebensweg von Hans Jochen Hoffmann ist eine außergewöhnliche Geschichte – und der damalige St. Raphaels-Verein war mit seiner Beratung entscheidend für seinen Erfolg. Hoffmann wanderte in den 1960er Jahren über Hamburg in die USA aus und machte dort eine bemerkenswerte Karriere: Er wurde Generalsekretär der St. Raphael Society in New York, arbeitete 20 Jahre lang im amerikanischen Außenministerium und leitete internationale Austauschprogramme.
Hoffmann auf Long Island, New York, ca. 1965 · Foto: privat
Modernes Gebäude am Wasser mit großen Fenstern und Sitzplätzen im Freien, direkt neben einem angedockten Schiff an einem sonnigen Tag mit teilweise bewölktem Himmel.
Foto: © Raphaelswerk / Kuschelwulff Corporate Broadcasting

Das Raphaelswerk im Museum

Internet, Medien, Telefon – Fehlanzeige. Wie kamen Auswanderer früher überhaupt an Informationen? Wer hat ihnen geholfen? Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven zeigt in seiner Ausstellung auch einige historische Exponate des St. Raphaels-Vereins aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im Film erzählen wir die packende Geschichte von Christoph Diehl, der 1906 als Fünfzehnjähriger plötzlich in die USA auswanderte.